“Ein Sonntag im Bett ist gemütlich und nett”, wusste schon 1976 Wencke Myhre, und da gehört natürlich ein Frühstück im Bett einfach dazu. Die Zeiten sind hektischer geworden, das Frühstück im Bett umso angesagter, wenn Ihr wirklich einmal die Muße habt, den Tag entspannt anzugehen!

Eine Brücke oder Ablage fürs Bett
Damit das Frühstück im Bett keine ausdauernden Reinigungsrituale verursacht, empfiehlt sich die Nutzung einer Bettbrücke oder Bettablage. Sonst läuft das Ergebnis dieses Happenings eher auf ein altes Sprichwort hinaus: “Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht, wie Krümel piken.” Diese Bettbrücke oder Bettablage kann man sich leicht selber bauen:

1. Die einfachste Möglichkeit ist es, eine Bettablage als Tablett zu bauen und diese mit klappbaren Füßen zu versehen. Vier Kanthölzer werden zunächst als Rahmen so um eine Tischplatte aus Holz geleimt und genagelt, dass sie die Tischfläche etwas überragen. Wie viel überragen, hängt davon ab, welche Mengen von Brötchenkrümeln und verschüttetem Kaffee der Voraussicht nach anfallen werden, dazu siehe auch Punkt 2. Unter die Tischplatte kommt eine Tischzarge aus vier hochkant zu einem Rechteck verklebten Leimholzbrettchen. Sie wird ebenfalls mit Holzleim so unter die Tischplatte geleimt, dass der Abstand zum Rand überall gleich ist.

Nun schneidet Ihr vier Kanthölzer als Beine zu, die unter diesem Betttablett schräg nach außen stehen, Ihr müsst also einen entsprechenden Winkel zuschneiden. Auf der anderen Seite bekommen die Beine eine Rundung, Ihr zeichnet also einen Halbkreis auf und sägt alles ab, was übersteht. Jetzt könnt Ihr die Beine an den Seiten des Tabletts jeweils rechts und links so an den Seiten in die Zarge schrauben, dass Ihr sie nach innen klappen könnt. Wenn Ihr die Bettablage nicht braucht, kann sie also ganz klein zusammengeklappt werden.

Betttablett oder gleich ein Betttisch?
Da Ihr bei dem oben beschriebenen Modell jede Freiheit habt in Bezug auf die Breite und Tiefe der Tischfläche, kann ein solches Modell als einfaches Betttablett gebaut werden, dass das Frühstück für eine Person aufnimmt. Dann steht die Bettablage mit den Füßen auf dem Bett, wenn Ihr Euch bewegt, bewegt sie sich immer mit.

  1. Ihr könnt aber auch etwas größer planen, mit einer Tischfläche, die über die ganze Bettbreite reicht, die Klappfüße stehen dann links und rechts vom Bett auf dem Boden und machen Euer Betttablett zur Bettbrücke. Solche Konstruktionen können auch mit professionelleren Klappmechanismen versehen werden, die Ihr im Baumarkt oder im Beschlagfachhandel findet.
  2. Wenn das Bett nah an einer Wand steht, könnt Ihr Euch eine Ablage bauen, die Ihr bei Bedarf über das Bett schwenkt. Dann müsst Ihr Euch nach einem Schwenkarm umsehen, der an der Wand befestigt werden kann und auf dem eine lange und schmale Platte befestigt werden kann. Solche Schwenkarme werden z. B. für Fernsehgeräte angeboten, nicht wenige Modelle sind so flexibel einstellbar, dass auf ihnen auch ein waagerechtes Brett befestigt werden kann.
    Wenn die Ablage eingeklappt ist, sieht sie aus wie ein Regalbrett an der Wand, auf der anderen Seite des Schwenkarmes braucht sie dann eine Auflage in passender Höhe. Wenn sie über das Bett geklappt wird, braucht sie auf der gegenüberliegenden Seite einen Stützfuß, den Ihr so unter dieser Platte installieren könnt, dass er bei Bedarf ausgeklappt wird.

Eine einfache und eine komplexe Lösung

  1. Die einfachste Bettbrücke besteht im Grunde aus drei Brettern, die rechtwinklig aneinander befestigt werden. Zum Beispiel Leimholzbretter, je nach geplanter Belastung zwischen 19 und 25 mm, ein Brett in einer Länge, die etwas mehr als die Bettbreite beträgt und einer Tiefe, auf der Ihr alle Dinge unterbekommt, mit denen Ihr Euch im Bett beschäftigen möchtet. Das kann das Frühstück sein, aber auch der Laptop, wenn Ihr einmal ganz entspannt arbeiten möchtet.
    Dazu zwei Seitenbretter in gleicher Tiefe und in einer Länge, die die Höhe der gewünschten Bettbrücke ergibt. Diese Bretter werden mit Winkeln oder über Kanthölzer miteinander verbunden, auch hier solltet Ihr an der Unterseite eine umlaufende Tischzarge befestigen, sie verhindert, dass sich die Tischplatte durchbiegt. Dann werden noch Möbelrollen aus dem Baumarkt untergeschraubt, fertig ist die Bettbrücke, die Ihr bei Bedarf einfach über das Bett rollt.

Die Luxus-Version für alle Betten, die hinten ein etwas höheres Betthaupt haben, an einer Wand stehen und etwas von der Wand abgezogen werden können, ist Bettbrücke und Bettablage zugleich:

  1. Die oben beschriebene Konstruktion wird nämlich hier mit höhenverstellbaren Tischbeinen versehen. Im Normalfall steht sie hinten an der Wand hinter dem Betthaupt und nimmt die Bücher auf, die Ihr gerade lest. Damit der Platz darunter zwischen Wand und Bett nicht verschwendet ist, könnte hier ein Bettkasten stehen, der tagsüber das Bettzeug aufnimmt. Wenn Ihr im Bett frühstücken möchtet, fahrt Ihr die verstellbare Bettbrücke über das Bett und stellt sie Euch auf die Höhe herunter, die zum Frühstücken perfekt ist.

Fertige Betttabletts zum Kaufen
Für erklärte Nicht-Handwerker und Menschen mit wenig Zeit gibt es solche über das Bett rollbare Ablagetische auch zu kaufen, z. B. bei Ikea: Der Ablagetisch “Malm” kostet mit 1,91 m Breite und 36 cm Tiefe 69,- €, er ist 74 cm hoch und mit leichtgängigen Rollen versehen. Die Bettbrücke gibt es auch in 2,11 m Breite für 75,- € und in den Farben Weiß und Orange, zu bestellen unter www.ikea.de.

Unser Fazit
Wir sind sogar noch schneller zu unserer Bettbrücke gekommen: Mein Mann hatte noch vier Tischbeine mit Rollen herumliegen, höhenverstellbar und nie zum geplanten Wandtisch verbaut. Die bekamen jetzt einfach eine passende Platte aus der Seite eines ehemaligen Regals. Fertig war die fahrbare Bettablage, die ich auch als Anziehtisch nutze, wenn ich einmal länger überlegen bzw. mehrere Kombinationen zusammenstellen möchte.

Original-Artikel: http://www.heimwerkertipps.net